In meinem bisherigen Leben -

ging einiges schief und manches daneben


Als Baby und Kleinkind auf das dörfliche Land evakuiert


Als Schulkind im kleinstädtischen Waisenhaus auf Zucht dressiert

und stur auf Ordnung reduziert


In der Pubertät im großstädtischen Kinderheim mich des Mannseins geniert


In der Jugendzeit ohne familiäre Nähe im großstädtischen Leben in der Wirtschaftswunder-Welt (Vater als Spätheimkehrer aus russischer Gefangenschaft 1949 heimgekommen; wenige Monate später Scheidung; Mutter musste nun alleine ihren Familienmann mit vier kleinen Kindern und sehr alten Eltern stellen; deshalb alle vier Kinder in anderen Heimen untergebracht) nicht den Ernst der Eigenverantwortung kapiert


War zu sehr von der Entwicklung im Nonnenkloster seelisch infiltriert


Das Lebensgefühl – nur auf Gehorsam ausgerichtet – war lädiert


So wurde die gesamte Energie und Lebenskraft auf blinden Ehrgeiz spezialisiert


Mit den Ausbildungserfolgen (Universitätsabschluss Diplom-Politologe; Fachakademie- Abschluss Werbefachmann; Fachausbildung Offsetdruck-Techniker; Fachschule EDV-Fachmann; Sprachenschule Handels-englisch; Fachschule Journalist) hat sich dann die Freude am Ernst des Lebens stabilisiert


Durch die frühe Ehe – ein Kind war im Werden – noch in der Studentenzeit Verantwortung generiert


Neben den vielen einhergehenden Ausbildungsaktivitäten musste ich auch Geld verdienen, um die – bereits mit 20 Jahren gegründete – Familie zu ernähren; habe diese nahezu unmenschliche Hürde (nach außen) bestmöglich pariert


Außer einem lebensbedrohlichen, unverschuldeten, Verkehrsunfall am Ende der Studentenzeit (Schädelhirntrauma; tagelang im Koma; Knochenbrüche am ganzen Körper) und einer schweren Lungenentzündung ist nichts Schlimmes passiert


Mit 28 Jahren stand schließlich der berufliche Aufstieg vor der Tür; nach dem Motto: Zur Karriere hereinspaziert


Der berufliche Aufstieg hat bestens floriert


Schließlich sorgte das gute Einkommen für Begierden, all das bislang verborgene sonnige Lebensgefühl nachzuholen; mit diesem Verhalten, der „besseren Gesellschaft nachzueifern“ wurde ich verführt


Mit meinem Leistungswillen wurde ich von den Chefs immer mehr hofiert

Mitunter auch hinters Licht ge- oder vorge-führt

 

Wohl wissend, dass dadurch mein Arbeitseinsatz wird immens gesteigert, und Zukunftsdenken kreiert


Dann in der Lebensmitte kam das Bedürfnis, das Leben in vollen Zügen zu genießen; monatelange Reisen in alle Erdteile wurden in wenigen Jahren realisiert


Sie haben mein Dasein – zumindest oberflächlich – verziert


Gleichzeitig in mir eine gewisse Überheblichkeit plaziert


Und damit habe ich mich vor dem eigenen Spiegel blamiert


Die Seele ist fortan in ein anderes Loch kollabiert


Es kam wie es kommen musste, wenn man sich - äußerlich - als Übermensch fühlt, nämlich borniert


Die Ehescheidung – ohne zwingende Gründe – folgte; sie hatte den, seit der Kindheit leidenden, Seelennotstand wieder aktualisiert


Habe dann im Alleinsein eine heile Welt sinniert


Insgesamt das Leben abgerundet kleinkariert

 

Aber mit Dichten und Romanieren garniert

 

Auch mit gesalzenen Leserbriefen in der Tagespresse geliert


Habe ich also mit meiner Lebensgeschichte brilliert?


Dies hängt davon ab, was nach meinem Tode wird moniert!